Nei, das möcht ig nid.
Ig möcht nid ufstah und mit andere Mönsche i Kontakt cho.
Ig möcht ellei si.
Nei wobi Einsamkeit isch ou nid das woni bruche. Was bruch ig de?
Ferie.
Ig möcht mau chönne usruhie. Aber wohere? Und wenn?
Wöu eigentlich möcht ig i mim Bett blibe.
Ferie si zu stress.
I chönnt i usgang und mau neui Lüt kennelehre.
Zwar nei, ig bi wou mit mir seuber.
Bini ds?
Wer bin ig?
Ig kenne mi Name, ig weiss wi ig usgseh fode spiegle und foto.
Aber wie bi ig? Und wie lehr ig mi kenne?
Ig muess mi kennelehre.
Nei, das möcht ig nid.
Was wenn ig mi seuber nid gern ha?
Was wenn ig ner plötzlich us mim gschenkte Körper möcht usbräche wenn ig mi mau kenneglert ha?
SEUBSTLIEBI, extra gross gschribe.
Bin ig zgross, bin ig zchli?
Bruni oder blondi Haar?
Grossi oder chlini Nase?
Was möcht ig und was bi ig?
Wer bi ig? Nei. Wie bi ig?
Was wird vo mir verlangt und wie söt ig sein?
Gebore am füfte Mai.
Und direkt ine Schablone drückt, wo mis Lebe und mi bestimmt und unterdrückt.
Mein Gott, wi fiu Gedanke das si.
Wo söue die nur hin?
Die Frage schrenke mis Lebe ein, in der Liebe, in der Schule und daheim.
Ig mache nüt.
Es blibt aus so wis isch.
Ig blibe im Bett und au die Gedanke wiederhole sech fo Tag zu Tag.
Fo Sekunde zu Sekunde.
Me isch haut drzue zwunge ke Veränderige zue zla weme Angst heisst
Angst.
Ig ha angst.
Marlene Briner